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Abriss droht
In unserer Ausgabe 2015/3 haben wir über die Skater- Initiative Alm-DIY berichtet. Knapp vor Redaktionsschluss erhielten wir die folgende Presseaussendung zu diesem Thema.

Seit März 2015 errichtete eine Gruppe junger Skater in Eigenregie am ehemaligen Nordbahnhofgelände einen Skatepark mit selbst gebauten Betonrampen. Möglich wurde das Projekt durch einen Mietvertrag mit dem Grundeigentümer (ÖBB) und einer Förderung der MA 13 (Bildung und außerschulische Jugendbetreuung) zur Deckung der Mietkosten. Nun – nach Ablauf des einjährigen Mietvertrags – droht dem Projekt das Ende: Die ÖBB haben kein Interesse an einer Verlängerung des Mietverhältnisses. Die Jugendinitiative ist ratlos, Gespräche werden verweigert und Gründe für die ablehnende Haltung nicht genannt. Die Initiative sieht sich mit dem drohenden Abriss konfrontiert. Nicht nur, dass die freiwilligen Arbeitsstunden und Baumaterialen vergebens wären, es stehen auch Räumungskosten von ca. € 10.000 im Raum, die für den kleinen Verein nicht zu bewältigen sind. Seit der Belebung durch die Initiative hat sich die früher als illegale Mülldeponie genutzte "Gstättn" in eine lebendige Sport- und Freizeitzone entwickelt. Benutzt wird sie von Jung und Alt, von Grätzlbewohnern und Gästen aus ganz Österreich. Dieser aufgewerteten Gegend – die auch von den Anrainern positiv aufgenommen wurde – droht nun die Rückverwandlung in einen Lagerplatz.

red.

Anton macht Ke:s

Im Feinkoststand Jonika gibt es seit Kurzem Vorarlberger Alpkäse unterschiedlichen Alters zu kaufen. Dieser Käse hat eine ganz besondere Geschichte: Der Vorarlberger Anton Sutterlüty ist mit der Alm aufgewachsen und so kam es, dass er auch, als er zum Studium der Kunstgeschichte nach Wien gezogen war, der Alm treu blieb. Sommer ist Almzeit - so ist es geblieben. Zuerst mit den Eltern, dann als Ferialjob, später, um bei anderen Sennern mehr über das Käsen zu lernen, inzwischen, um seinen eigenen Kindern dieses ganz besondere Leben auf der Alm weiterzugeben.

Anton macht Ke:s in der Tradition der Gepsensennerei.1 Aber Anton lebt in Wien. Also hat er in der Stadt alte Keller angemietet, die das ideale Klima für die Käsereifung besitzen und reift seine selbst gefertigten Almkäse eben in Wien. Seine Käse gibt es in ausgesuchten Feinkostgeschäften und Restaurants und Anton selbst vertreibt sie und andere Sennereiprodukte jeden Samstag am Karmelitermarkt.

Sissi

Information

Das LenZ ist da!
Im Jänner hat in der Hochstettergasse 6 das "Concordia Lern-und Familienzentrum", kurz LenZ, seine Pforten geöffnet. Concordia ist ein Verbund aus einer gemeinnützigen Stiftung und vier gemeinnützigen Schwestervereinen, die Sozialprojekte in Rumänien, Bulgarien, der Republik Moldau und nun auch in Österreich betreiben. Das LenZ wendet sich an sozial benachteiligte Familien und deren Kinder und bietet Lernbetreuung, Mutter-Kind-Bildungsaktivitäten, Eltern-bildung und Familienberatung und -begleitung an. Die außerschulischen Lernhilfegruppen gibt es für VolksschülerInnen und SchülerInnen der NMS dreimal wöchentlich. Das LenZ sucht freiwillige MitarbeiterInnen, die in diesem Bereich Aufgaben übernehmen und ihre Zeit spenden möchten.

Sissi

Eröffnung: 10. März 2016 um 15:00 Uhr, Hochstetterngasse 6

Der Kampf um Gerechtigkeit in Bildern
Das Massaker von Marikana

Im August 2012 starteten Minenarbeiter_innen in einer der größten Platin-Minen Südafrikas einen Streik für höhere Löhne und bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen. Sechs Tage später setzte die Polizei scharfe Munition ein, um den Streik zu beenden. Dieses Massaker von Marikana gilt als Wendepunkt in der Geschichte Südafrikas: 34 Minenarbeiter wurden getötet - die meisten von ihnen auf der Flucht durch Schüsse in den Rücken. Teile des Massakers wurden live im TV übertragen. Einige der Angehörigen der getöteten Minenarbeiter gaben später zu Protokoll, dass sie das Sterben ihrer engsten Verwandten via TV mitverfolgt hatten. In den Medien hieß es, die Polizei habe aus Notwehr und in Selbstverteidigung gehandelt, ihr sei nichts vorzuwerfen. Gegen diese Sicht, die sich immer stärker in Widersprüche verstricken sollte, liefen nicht zuletzt die Angehörigen der Erschossenen Sturm.

Bodymaps als Beschäftigung mit der Vergangenheit sowie Forderung an die Zukunft

Der erfahrene Opferverband Khulumani (Zulu für: Sprich es aus) bot den Hinterbliebenen eine Plattform der Begegnung und des Erfahrungsaustausches und unterstützte damit die Bildung einer Gruppe, die sich zunehmend einer gemeinsamen Stimme bediente, einer Stimme, die fortan nicht mehr überhört werden konnte. Der Kampf der Hinterbliebenen, der sogenannten "Widows of Marikana", um gerechte Entschädigungsleistungen ist auch heute, vier Jahre nach dem Massaker, nicht vorüber. Weiterhin stehen Restitutionszahlungen aus. Bildgewaltiger Ausdruck dieses kollektiven Kampfes sind die "Bodymaps", die ab 20. April im beim ÖGB im "Catamaran" ausgestellt werden.

Diese Bodymaps haben den eigenen Körperumriss zum Ausgangspunkt und wurden danach mit weiteren Visualisierungen der eigenen Lebenswelt ausgestaltet: Sehr oft ist das Massaker selbst ins Bild gerückt, vielfach wird auf die harte Lebensrealität verwiesen, auf die existentiellen Schwierigkeiten und die Sorge um die Zukunft der nun vaterlosen Kinder. Gleichzeitig thematisieren die Bilder zentrale Anliegen und Forderungen an die Verantwortlichen des Massakers, den Minenkonzern, den Staat und die Polizei. Sie sind damit auch Zeugnis der Analyse des Massakers aus Sicht der unmittelbar betroffenen Gruppen.

Europäische Verwicklung

Nicht zuletzt adressieren diese Bilder auch uns EuropäerInnen: Platin, das weltweit wertvollste Metall, ist Bestandteil von jedem Autokatalysator. BASF, der weltweit größte Katalysatorenhersteller, ist Hauptkunde von Lonmin, des Minenbetreibers in Marikana. Obwohl sich BASF zu hohen Standards innerhalb seiner Lieferkette verpflichtet hat, hat der Konzern bisher davon Abstand genommen, die Hinterbliebenen und deren Communities zu unterstützen. Die Witwen von Marikana erzählen auch davon, dass die Arbeiter_innen, die das derzeit wertvollste Metall schürfen, unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten und wohnen müssen, in Wellblechhüttenslums ohne fließend Wasser und Strom, ohne Kanalisation und Müllabfuhr. Die Bilder der Witwen von Marikana stellen auch Fragen an die europäische Rohstoffpolitik als solche.

jk

Ausstellungseröffnung am 20. April 2016, Catamaran des ÖGB, Johann-Böhm-Platz 1, U2-Station Donaumarina. Zu Gast aus Südafrika werden anwesend sein: Bischof Jo Seoka, Repräsentant der Minenarbeiter_innen von Marikana, zwei der "Witwen von Marikana" sowie Vertreterinnen von Khulumani.

Die tapferen Tschikweiber von Hallein
"Tschikweiber haums uns g’nennt", erinnerte sich in der 1988 im Europa- Verlag erschienen Dissertation eine der von Ingrid Bauer für ihre Arbeit interviewte Zigarrenarbeiterinnen der Tabakwerke in Hallein.

Zwischen 1869 und 1939 wurden in Hallein tagtäglich tausende Zigarren gedreht - von Frauen; Männer kamen im Fabriksalltag als Aufseher, Aufpasser und "Chefs" vor.

Zu Beginn der 20er Jahre waren gut 500 Frauen in der Halleiner Zigarrenfabrik beschäftigt. Die Republik, die im November 1918 ausgerufen worden war, hatte zwar theoretisch eine Verbesserung der Lebenssituation der arbeitenden Frauen gebracht; praktisch drang aber wenig zu den "Tschikweibern" von Hallein durch. Neben der Knochenarbeit in der Fabrik mussten sie sich um die Kinder, um die Männer kümmern, kochen, waschen, bügeln, Hausarbeiten aller Art erledigen.

Die jungen Frauen, die oft aus bäuerlichen Familien kamen, wurden in eine neue (Arbeits)Welt hineinkatapultiert, mit einem strengen Regiment von oben - und einer neuen Erfahrung von "unten": Der Idee der Solidarität, des gemeinsamen Handelns, des gemeinsamen Widerstehens. Und tatsächlich waren diese Frauen in Hallein eine der kämpferischsten und in ihren Kämpfen erfolgreichsten Schichten der österreichischen Arbeiterschaft - eine tatsächliche "Avantgarde".

Die "Tschikweiber" waren ein bahnbrechendes Werk der "oral history" in Österreich, also der "erzählten Geschichte". Und jetzt, nachdem die kleine, engagierte "Buchmacherei" das Buch von Ingrid Bauer, in der nicht nur die Arbeiterinnen selbst zu Wort kamen, sondern auch ihr Dialekt so gut wie möglich dokumentiert wurde, neu aufgelegt hat, können wir auch heute wieder die Stimmen unserer "Vorfahrinnen" hören.

Ergänzt wird das Buch durch eine DVD mit zwei Dokumentationen über Agnes Primocic, die in Hallein "Tschikweib", Gewerkschafterin, Betriebsrätin und Widerstandskämpferin war. Die Lebensgeschichte dieser beeindruckenden Frau, von ihr selbst erzählt, lässt keine Zuseherin, keinen Zuseher kalt. Agnes Primocic, die bis zu ihrem Tod mit 102 Jahren Kommunistin geblieben ist, zeigt, wie Menschen unter dem Stiefel des nationalsozialistischen Terrors Menschen bleiben konnten - indem sie sich für andere einsetzten, trotz ihrer eingestandenen Ängste nicht aufgaben, Sand im Getriebe des Terrorregimes waren.

Kurt Lhotzky

Gedanken aus der Regenbogenvolksschule Darwingasse
Das große Thema des vergangenen Jahres waren "die Flüchtlinge". Kein Tag verging ohne neue Meldungen. Auch in der Schule bekam man vor allem ab März etwas davon mit, denn es wurden einige Kinder mit Asylstatus am Standort angemeldet.

Zu Schulbeginn im September 2015 kamen, wie auch an anderen Standorten in Wien, wieder einige Kinder mit Asylbescheid an die Schule.

Diese Mädchen und Buben stammen nicht nur aus dem Kriegsgebiet Syrien, sondern kommen auch aus Tschetschenien, Afghanistan, Irak und einigen anderen Ländern.

Bei uns an der Schule ist das nichts Neues, denn seit einigen Jahren kommen immer wieder Kinder mit Asylbescheid zu uns. Ein Fall berührte mich besonders, denn es war das erste Mal, dass wir miterlebten, wie die Familie einer Schülerin, die schon seit Jahren in Österreich lebte, wegen eines abgelehnten Asylansuchens von der Abschiebung bedroht war. Ich erfuhr, wie so etwas tatsächlich abläuft. Die Familie wird einfach in ein Flugzeug gesetzt und dann im Ankunftsland sich selbst überlassen, dem Schicksal ausgesetzt. Zum Glück konnte mit Hilfe einiger Organisationen für die Familie nach langer Zeit des Bangens ein humanitäres Bleiberecht erreicht werden. So etwas macht zutiefst betroffen. Dieser Fall war nicht nur einer, den man in den Medien liest oder sieht – also "weit" weg - sondern in unmittelbarer Umgebung. Ich hoffe sehr, nicht nochmals solch eine Erfahrung durchmachen zu müssen.

Sind die Kinder einmal bei uns an der Schule angekommen, so werden sie natürlich wie jedes andere Kind, das nicht seit Anfang dabei ist, in der Klassengemeinschaft herzlich aufgenommen. Es gibt auch in allem Anderen keinen Unterschied zu jenen Kindern, die ohne Deutschkenntnisse an den Standort kommen. Sie besuchen einen Deutschkurs, um die Unterrichtssprache rasch zu erlernen. Manche Kinder müssen sich auch erst unsere Schrift erarbeiten. Sie werden von den Lehrerinnen und Lehrern gefördert und gefordert, damit sie so rasch als möglich im Unterricht mitmachen können. Diese Aufgabe ist eine große Herausforderung, da neben den sprachlichen Problemen (sowohl mit Schülerinnen und Schülern als auch mit den Eltern) unterschiedliche Voraussetzungen bei den Kindern vorhanden sind. Man darf nicht davon ausgehen, dass schon alle einmal eine Schule besucht haben. Mehr Unterstützung in den Klassen wäre da sehr hilfreich.

Nicht jedes Kind lernt gleich schnell. Aber es ist schön zu sehen, wie sich Mädchen und Buben, die schon ein paar Monate hier sind und sprachlich bereits viel gelernt haben, der Neuankömmlinge annehmen, ihnen helfen oder auch als Dolmetscher fungieren. So etwas lässt mein Lehrerherz höher schlagen und so manche Schwierigkeit wieder kleiner erscheinen.

Renate Kammer, VS Darwingasse

Haschahof
Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit wurde in den letzten Wochen der Haschahof in Rothneusiedl im Süden Wiens zuerst besetzt und dann von der Polizei wieder geräumt.

Der Haschahof ist ein großer ehemaliger Gutshof, der bis vor eineinhalb Jahren als Biohof genutzt wurde und wo frau/mann Beete für den Eigenanbau pachten und Biogemüse kaufen konnte.

Nach der Aufgabe des Betreibers wurde das Areal als Zwischennutzung einem simmeringer Bezirksrat und Großgrundbesitzer zugesprochen, der durch konventionelle Landwirtschaft die Bioqualität der Felder zerstörte. Gleichzeitig begannen an verschiedenen Gebäuden Dachziegel zu verschwinden. Angeblich gibt es Pläne, den Hof abzureißen und eine Wohnsiedlung hinzubauen.

Durch die Sensibilisierung der Anrainer und nicht zuletzt durch die Besetzung wurde jetzt eine anderweitige Nutzung des Areals für kulturelle und/oder gastron omische(Schneckenzucht!?) Zwecke angedacht, wer Ideen oder Bedarf hat oder weitere Informationen wünscht, wende sich an den Wohnfonds Wien oder an das Graetzl-Blattl.

rs

Lernen für die Zukunft
Seit etwa drei Monaten bietet der Verein Barakat Coaching und Nachhilfeunterricht für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aus ganz Wien am Volkertplatz an.

Ziel des Vereins ist es, die Bildungschancen für tschetschenische Kinder und Jugendliche zu verbessern. Für ein Interview mit dem Verein Barakat traf ich dessen Obmann Abdul Gani und eine Mitarbeiterin, die Sozialpädagogik studiert.

Nachdem keine öffentlichen Räumlichkeiten zu finden waren, wandte sich der Verein schließlich an den feministischen Verein Piramidops, der Projekte für Frauen mit Migrationshintergrund am Volkertplatz umsetzt, um Frauen zu stärken und ihre sprachlichen und sozialen Kompetenzen zu erweitern. Piramidops gestattete dem Verein Barakat, diese Projekträume am Wochenende für den Nachhilfeunterricht zu verwenden, wofür Barakat sehr dankbar ist.

Manchmal kommen so viele Jugendliche zur Nachhilfe, dass zu wenig Plätze für alle vorhanden sind, sagt Abdul Gani. Dann wieder sind es weniger. Das ist nicht leicht zu steuern. Die Jugendlichen kommen aus ganz Wien, denn mangels finanzieller Unterstützung ist der Volkertplatz der einzige Standort, an dem der Verein zur Zeit aktiv sein kann.

Wir haben hier Volksschülerinnen, aber auch ältere Schülerinnen, aus der Oberstufe der AHS. Derzeit wird Nachhilfeunterricht in den Fächern Mathematik, Englisch, Deutsch und Russisch angeboten. Und es gibt hier Frauen, die Englisch lernen.

In Wien leben etwa 9.000 Menschen aus Tschetschenien. In der Familie stehen die Kinder und deren Zukunft an erster Stelle. Bildung spielt eine wichtige Rolle für die Persönlichkeitsentwicklung von Jugendlichen, für deren Zukunft und die Gesellschaft.

"Wie wir alle wissen", erklärt Abdul, "hat jede Handlung ihre Folgen. Jeder Schulabbruch, jede Vernachlässigung hat negative Folgen für morgen. Umgekehrt wirkt jede positive Handlung positiv auf die Zukunft."

Ziel des Projekts ist, die Jugendlichen auf ihre Zukunft vorzubereiten und die Bildungs- und Arbeitsangebote, die Wien bietet, zu nutzen, damit die Jugendlichen qualifizierte, wertvolle MitbürgerInnen werden.

Die meisten tschetschenischen Wienerinnen leben unter schwierigen Bedingungen, und das macht es nicht leicht für die Kinder und Jugendlichen, gute schulische Leistungen zu erzielen. Diese sind aber notwendig, um einen Beruf zu erlernen. Wenn die Jugendlichen nicht in das soziale Leben involviert sind, am Arbeitsmarkt nicht gebraucht werden, entsteht eine Abgrenzung gegenüber der Gesellschaft und damit Gruppen, die hohe soziale Folgekosten fordern.

Der Verein bietet auch Einzelunterricht an, was sich insbesondere bei Jugendlichen bewährt hat, die Anpassungsschwierigkeiten haben. Sie können mit einem Lerncoach neue Perspektiven erarbeiten, erhalten Orientierungshilfe, die für ihr Selbstbewusstsein wichtig ist. So können sie sich geeignete Ziele setzen.

Der Obmann betont im Gespräch die Bedeutung einer guten Ausbildung für Jugendliche, die eine hohe Motivation, die Schule zu besuchen, voraussetzt. Perspektivlose Jugendliche können seiner Meinung nach leicht auf die schiefe Bahn geraten, für negative Schlagzeilen sorgen, wenn sie nicht ausreichend gefördert werden und in der Schule motiviert bleiben. "Wir müssen in ihre Bildung investieren, das ist für unsere Zukunft insgesamt notwendig."

Bislang hat der Verein keinerlei öffentliche Förderungen erhalten. Demnächst wird die Gemeinde Wien (Magistratsabteilungen 13 und 17) entscheiden, ob es eine Finanzierungshilfe geben wird. Dann könnte auch das Programm erweitert werden, so dass neben dem Unterricht auch Freizeitaktivitäten organisiert werden. Der Verein Barakat freut sich über freiwillige NachhilfelehrerInnen. Bedarf gibt es immer, und wenn sich ÖsterreicherInnen beteiligen, wird das Programm noch vielfältiger. Wer tschetschenische Kinder und Jugendliche unterstützen möchte, kann sich bei Barakat melden und die eigenen Vorstellungen äußern, die Gegenstände einbringen, die sie oder er unterrichten möchte. Und wenn es genügend Interesse gibt, wird eine Gruppe gebildet und es geht schon los.

AL

Kontaktadresse: Barakat - Verein für Bildung, Erziehung und Integration, Germikhanov.ag[at]gmail.com

Runder Ball
Zum Abschied ein lautes "Servus!"

Am 23.1. fand zum 11. Mal der Grätzlball des Volkert- und Alliiertenviertels im Veranstaltungszentrum Praterstern der Wiener Volkshochschule statt. Neben einer Riesentombola, Sekt und Cocktails standen für die Gäst_innen auch Tanzshows und eine Liveband am Programm.

Die 80jährige Brigitte ist heuer wieder mit ihrem Tanzpartner Helmut gekommen. Sie möchte nicht die Gelegenheit auf eine Nacht zum Tanzen und Spaß haben verpassen. "Ich bin auf vielen Bällen. Der Grätzlball im 2. Bezirk ist einer der schöneren. Aber leider ist dieser Ball der letzte Grätzlball", so Brigitte. Man munkelt, die Auflagen und Organisation würden zu teuer werden für den Veranstalter, den Verein "Grätzl Aktiv". Davon ist diese Nacht aber noch nichts zu spüren. "Es sind zirka 250 Menschen gekommen", schätzt Kathi, die an der Garderobe arbeitet. Sie selbst war noch nicht im Saal, wo die Ballgäst_innen Schnitzel verdrücken, Mojitos schlürfen oder die Beine zu "I’m Walking" von Fats Domino schwingen.

Zwei Freund_innen sind für den Ball extra aus dem 21. Bezirk gekommen. "Wir wollten uns das einmal ansehen. Bei uns im Bezirk gibt es keinen Grätzlball", so die Gästin. Angetan sind sie nicht nur vom Ambiente, sondern auch vom Essen, das vom Restaurant Dresdnerhof zubereitet wird. "Das Schnitzel war richtig gut und der Kartoffelsalat dazu war frisch zubereitet", schwärmen die Freund_innen. Die beiden prüften auch die Taxitänzer_ innen – ihr Urteil: "Die Taxitänzer_innen führen gut und passen sich deinem Können an."

Immer wieder gibt es Lob für die Liveband. Das Duo Calvados befriedigt mit ihren Coverliedern nicht nur routinierte Gäst_ innen, sondern überzeugt auch die, die zum ersten Mal gekommen sind, und die Kinder am Ball. Der Tanzbereich ist gut gefüllt. Zu Mitternacht führen die Lucky Dancers ihre Linedance-Künste vor. Brigitte geht währenddessen in den kalten Eingangsbereich eine Zigarette rauchen. "Das ist mir zu fad. Ich tanze lieber selber", gibt Brigitte zu. Sie bleibt, wie so viele andere Gäst_innen, bis nach Mitternacht und nützt die Tanzfläche, so lange es noch geht.

Marlene Brüggemann

Themenabend Afghanistan
Am 15.2.2016 luden Frauentreff, Friends, Gebietsbetreuung 2/20, Verein Toleranz, VS Darwingasse, NMS Pazmanitengasse und GTVS Vereinsgasse zum bereits dritten Themenabend im J.at ein.

Nach Tschetschenien und Syrien wurde diesmal Afghanistan vorgestellt, und zwar aus guten Gründen.

Immerhin kamen zwischen Jänner und August 2015 mehr als 10.000 Flüchtlinge aus Afghanistan nach Österreich, ein Drittel von ihnen war minderjährig. Afghaninnen stellen damit nach Syrerinnen die zweitgrößte Gruppe von Asylwerberinnen in Österreich.

Afghanistan befindet sich seit Jahrzehnten im Kriegszustand. Begonnen hatte er mit einem Guerillakrieg gegen die 1978 an die Macht gekommene Demokratische Volkspartei Afghanistans.. Zu ihrer Unterstützung schickte die Sowjetunion Truppen nach Afghanistan. Es folgte ein zehnjähriger Stellvertreterkrieg, in dem die Mudschaheddin (Guerillakämpfer) von den USA, Saudi-Arabien und Pakistan trainiert und mit Waffen versorgt wurden. Die wichtigste dieser Gruppierungen war Al Quaida mit dem saudischen Milliardärssohn Osama Bin Laden an der Spitze.

Nach dem Abzug der Sowjettruppen kämpften unterschiedliche Guerillagruppen in einem grausamen Krieg gegeneinander, die meisten wurden von Pakistan und Saudi-Arabien finanziert. Die Kämpfer waren zum größeren Teil ausländische Söldner. 1996 marschierten die Taliban, in Pakistan rekrutierte und ausgebildete afghanische Flüchtlinge, in Kabul ein, während sich ihre Gegner in den Norden Afghanistans zurückzogen.

Nach dem Anschlag auf das World Trade Center 2001 begannen die USA, sich direkt in den Krieg in Afghanistan einzumischen. Die Taliban mussten sich zurückziehen und in Kabul wurde eine "demokratische" Regierung installiert. Doch der Krieg ging weiter, und heute kontrollieren die Taliban bereits wieder einen großen Teil des Landes.

Beim Vortrag und der anschließenden Diskussion im J.at wurde auch über die unterschiedlichen ethnisch/sprachlichen und religiösen Gruppen in Afghanistan informiert, von denen vor allem die Hazara immer wieder Opfer von Völkermord und Massakern waren. Heute noch wird in Afghanistan die Todesstrafe vollzogen, Kinder werden zwangsverheiratet, häusliche Gewalt ist weit verbreitet.

Jährlich sterben ca. 24.000 Frauen vor, während oder direkt nach einer Entbindung, fast ein Viertel der Kinder stirbt vor dem 5. Lebensjahr. Menschen in Afghanistan haben weit mehr Gründe, aus ihrem Land zu fliehen, als den nicht enden wollenden Krieg, der, wie ein Diskussionsteilnehmer richtig anmerkte, immer wieder von außen in das Land getragen wird.

Skandalöserweise möchte das österreichische Innenministerium nunmehr afghanische Flüchtlinge in ihr Heimatland abschieben, obwohl selbst der deutsche Bundesnachrichtendienst feststellt, dass "die politische Lage (in diesem Land) stagniert, die Wirtschaftslage kippt, und die Taliban vorrücken".

Der Themenabend im J.at, bei dem afghanische Frauen mit einem Vortrag und einer Diashow ihr Land präsentierten, endete, wie bereits die beiden vorangegangen, mit Diskussionen in Kleingruppen und einem hervorragenden Buffet - diesmal selbstverständlich mit afghanischer Küche: Köstlich!

wg

Beim nächsten Informationsabend am Montag, 4. April 2016 (Beginn 17:00 Uhr) wird Westafrika vorgestellt werden.

Themenmarkt

Was bleibt gleich?

Wer sich anmeldet, darf 3x jährlich einen Marktstand betreiben. Obst, Gemüse und deren verarbeitete Endprodukte sind an jedem Termin willkommen.

Ab 10:30 Uhr gibt es ein Rahmenprogramm. Es gilt die Marktordnung. Der Themenmarkt beginnt um 10:00 Uhr und endet ca. um 13:00 Uhr.

Was wird neu?

Die Termine sind nicht mehr am 4., sondern am 2. Samstag des Monats. Es wird einen fixen Stand der Grätzldelegierten geben, an dem man Wünsche, Beschwerden und Anregungen loswerden kann und neue Infos erhält.

Die nächsten Termine jeweils Samstags

Kitsch und Kunst Vom röhrenden Hirsch bis zum Jugendstiltisch. Rahmenprogramm: Fühl-Memory

Im Prater blüh´n wieder die Bäume Vom Picknickkorb bis zum Fahrrad; für alle HobbygärtnerInnen: Pflanzentauschbörse

Alles neu macht der Mai Alles was Frauen schöner macht: vom Accessoire bis zur Handtasche;

Rahmenprogramm: kleine und große Prinzessinnen werden geschminkt und frisiert.

Was man(n) so braucht Vom Akkuschrauber bis zum guten Buch; basteln von einfachen Spielen aus Naturmaterial und Ton.

Körper, Geist und Seele Vom Apfelmus bis zur Jogamatte; Rahmenprogramm: Erlerne Übungen, die Mut machen! Special: Spende Deine alte Schultasche und bereite damit anderen Schulkindern eine Freude.

Info und Anmeldung 0664 / 275 14 92 (nachmittags) oder Themenmarkt[at]yahoo.com

Unsere neuen MitschülerInnen
Seit Dezember kommen an unsere Schule vermehrt SchülerInnen, die aus ihren Herkunftsländern (Afghanistan, Irak und vor allem Syrien) flüchten mussten.

Wir teilen diese mittlerweile 19 Kinder auf die Klassen unserer Schule auf, damit keine Ghettoklasse entsteht. So können die Kinder gut von ihrer Peergroup Deutsch lernen und sie treffen einander zudem täglich zwei Stunden im Sprachförderkurs. Um sich auch in ihrer Herkunftssprache über ihre Erfahrungen und Erlebnisse austauschen zu können, verbringen die arabischsprachigen Kinder außerdem zwei Stunden in der Woche mit unserer ebenfalls aus Syrien stammenden Islamlehrerin, die in dieser Zeit mit ihnen spielt, plaudert, liest und ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht.

Die anderen Kinder unserer Schule standen und stehen unseren Neuankömmlingen von Vornherein sehr offen gegenüber und auch unsere engagierten Eltern zeigen Interesse und bieten Unterstützung. Den Kindern selbst ist großteils anzumerken, dass sie - zumindest im Falle der Kinder aus Syrien - aus einem Land mit einem lange Zeit gut funktionierenden Bildungssystem kommen: sie zeigen sich sehr schulinteressiert, lernen schnell Deutsch und unser Alphabet und verfügen in allen anderen schulischen Leistungsbereichen über gute Vorkenntnisse.

Allerdings gibt es auch einige Kinder darunter, denen der traumatische Hergang ihrer Flucht anzumerken ist, und einige haben überhaupt eine längere Fluchtgeschichte: so ein unbegleiteter Minderjähriger, der (als Zehnjähriger!) allein zu Fuß von Afghanistan bis hierher gegangen ist, oder ein Geschwisterpaar aus Afghanistan, das zwar selbst die Flucht hierher gut überstanden hat, deren (beide!) Eltern nun aber an Krebs erkrankt sind. Oder auch ein kurdisches Geschwisterpaar aus Syrien, das einige Jahre Zwischenstation in der Türkei machte, was dazu führte, dass die Kinder zwar wunderbar Türkisch sprechen, der 11jährige Bruder aber noch nie einen Stift oder eine Schere in der Hand gehalten hat, da er seit vier Jahren arbeiten gehen musste.

Was allen unseren geflüchteten Kinder gemeinsam ist, ist deren schwierige sozioökonomische Situation in Österreich. Selbst wenn sie in ihrem Herkunftsland der Mittelschicht angehörten, sind die Familien nun sozial deklassiert, haben oft keine dauerhafte Wohnung, warten sehnsüchtig auf ihren Asylbescheid, dürfen nicht arbeiten und leben mehr oder weniger von der Hand in den Mund. Selbst Fahrscheine oder hin und wieder mal ein kleiner Ausflug, um die neue Heimat kennen zu lernen, sind somit keineswegs eine Selbstverständlichkeit.

Für uns an der Schule sind unsere neuen Kinder allerdings eine unglaubliche Bereicherung. Unsere Kinder können Zeitgeschichte auf diese Weise hautnah miterleben, sich eine eigene qualifizierte Meinung bilden, sich mit anderen Kulturen und Sprachen auseinandersetzen und in kleinem Rahmen WeltbürgerInnenschaft trainieren. Danke an unsere neuen MitschülerInnen!

Um auch die soziale Situation unserer neuen MitschülerInnen ein wenig zu erleichtern, wären wir über Spenden aller Art sehr erfreut: Schultaschen, Federpennale, Eislaufschuhe, Buntstifte, etc. Auch Geldspenden - damit unsere neuen MitschülerInnen im Mai und Juni problemlos mit ihrer Klasse auf die bereits lange geplanten Projektwochen mitfahren können - nimmt der Elternverein unserer Schule gerne entgegen. Herzlichen Dank im Voraus!

Gabi Lener, GTVS Vereinsgasse

Warum so viel Geschrei ... wegen der Registrierkassenpflicht?
... für alle Unternehmen mit mehr als 15.000 € Jahresumsatz

Die Regierung rechnet mit bis zu 1,6 Milliarden mehr Steuereinnahmen pro Jahr! Kann das stimmen?

Die Rechnung geht wohl nur für die Kassenhersteller auf, denn wegen der Zwangsbeglückung der kleinen Unternehmen können sie Preise verlangen, die auf einem freien Markt nicht zu lukrieren wären. So kostet z.B. ein Kassensystem auch für die kleinste Tabak-Trafik mehr als € 5.000,--, dafür spielt es alle Stücke! Man kann einen Touchscreen (der früher € 350,-- kostete) auch schon für € 2.000,-- bekommen, dazu muss man eine Software mieten, die einige hundert Euro im Jahr kostet. Dafür hat man die Garantie, dass das Verschlüsselungssystem, das das Finanzamt frühestens 2017 festlegen wird, auch passen wird.

Die Folgen der Belegpflicht beginnen sich schon auszuwirken: Etliche Betriebe verkürzen ihre Öffnungszeiten, kündigen Mitarbeiter oder schließen ganz, z.B. Heurigenlokale. Es wird damit gerechnet, dass in Wien 25% der Taxis nicht mehr fahren werden, wieviele Blumenhändler, kleine Lokale, Geschäfte werden schließen? Im ländlichen Bereich macht sich die Registrierkassenpflicht bereits bemerkbar: Wirtshäuser, Bäcker, Fleischer schließen (als Beispiel seien Ziersdorf oder Drasenhofen genannt), es bleibt nur der Supermarkt an der Ortseinfahrt. Die Vielfalt geht verloren. Ein Teil der Wertschöpfung geht verloren, die Zahl der Arbeitslosen wird weiter steigen, wer wird das wohl bezahlen?

Wer aber profitiert davon?

Das Ausdünnen der vielfältigen Angebote kommt nur den Großkonzernen zugute, dem Billa/Hofer/Spar am Ortsende, den international agierenden Lebensmittel-, Bau-, Gastronomie-Konzernen, die durch ihre Finanzkonstruktionen in Österreich wenig oder gar keine Steuern zahlen.

Man liest, dass mehr als 3.000 parlamentsfremde Personen jeden Tag unkontrolliert im Hohen Haus ein- und ausgehen können, großteils sog. "Lobbyisten". Ein Schelm, wer Böses denkt?

Schnell aus den Medien sind auch die Berichte über die Giftigkeit des Thermopapieres verschwunden, das von den Druckern verwendet wird. Das Papier ist mit verschiedenen Chemikalien beschichtet, vor allem mit Bisphenol A (BPA) und weiteren bedenklichen Verbindungen, die unter Verdacht stehen, die Fruchtbarkeit sowohl bei Frauen als auch bei Männern zu schädigen, den Hormonhaushalt und die DNA zu beeinflussen sowie krebserregend zu sein. Das führte in verschiedenen Ländern zur Empfehlung, BPA-hältige Materialien vor allem von Kindern fernzuhalten und zum Verbot von BPA-haltigen Verpackungen für Kinderartikel. Die Wiener Abfallwirtschaft (MA 48) hat schon vor vielen Jahren empfohlen, Thermopapier nicht im Altpapier zu entsorgen.

Und wie sieht es im Grätzl aus? Es kommen ein Lidl und ein Denn’s-Supermarkt, wie man hört, doch wieviele kleine Geschäfte hören auf?

rs

Ich habe eine Info entdeckt, die vielleicht eine Hilfe ist für alle kleinen Läden, die sich jetzt mit dem neuen Gesetz ärgern müssen. Die Waldviertler Schuhfabriken GEA bieten eine selbst entwickelte Registrierkassen software an, die wesentlich billiger ist als das, was ich in eurem Artikel gelesen habe. Ich nehme an, dass die Qualität bei der Quelle auch passt und man gibt das Geld zumindest an eine verantwortungsvolle Firma. Es gibt Varianten von 225 euro (tablet ohne alles) über 493 (mit drucker und scanner) bis zum touchscreen um 1382. Vielleicht eine Alternative: http://w4tler.at/geasoft Also bitte weitersagen.
What’s the screaming all about?...
…a new compulsory order for all companies with more than an annual sales of euro 15,000 to use cash registers? By implementing this order the Government expects to receive an extra 1.6 billion euros in tax revenues each year! Can that be right?

The bill is probably only profitable for the cash register manufacturers. Because of the forced need of small businesses they can charge prices that would not be possible in a free market.

So, for example, the costs of a cash register system even for the smallest tobacco shop exceeds over € 5000, but for that price it does it all! Or you can have a touch screen, earlier costing about € 350 but now will cost around € 2000, plus the necessity to rent a software that costs a few hundred euro per year as well. But therefore you have the guarantee that the encryption system that the tax office will set earliest in 2017, also fits to the hardware.

The consequences of having to give out receipts starts already to have effects:

Many companies are shortening their opening times, terminating their employees or even shutting down completely. Many Heurigen will not open any more as we know already from the media. It is expected that 25% of taxes will no longer drive in Vienna, and how many florists, small restaurants, small shops, are to close down is a matter of time? In rural areas, this trend is already noticeable: Taverns, bakeries, butchers are closing down (for example in Ziersdorf) leaving only the supermarkets on the city limits as a shopping alternative).

The diversity is lost. A part of the product value is lost, the number of unemployed will continue to rise, and who will pay?

But who profits from this action?

Only the large corporations like Billa/ Hofer/Spar will be able to benefit from the dispersion of many offers like the internationally operating food, construction, catering companies, who pay little or no taxes in Austria because of their financial tricks. One is reminded about the 3000 plus parliament strangers who enter uncontrolled the Parliament House daily, mostly so called "Lobbyists”. Evil to him who thinks evil?

Recently from the media were the brief reports on the toxicity of the thermal paper that is used by the cash register printers. The paper is coated with various chemicals, above all with Bisphenol A (BPA) and other objectionable compounds that are suspected to damage fertility in both women and men and to influence the hormone balance and the DNA as well as being carcinogenic.

This resulted in various countries to recommend that all BPA containing materials should be kept away from children and to ban BPA containing packages for children. The Vienna Waste Management (MA48) has for many years advised not to dispose of thermal paper in the waste paper.

And what will happen in our quarter?

There comes a new Lidl and a Denn’s supermarket it is said, but how many small shops will close down?

rs, translated by mw

Zum Eisvogel und gleichgeschlechtlicher Liebe
Eine Legende ist zu neuem Leben erwacht: Nur wenige Schritte vom Riesenrad entfernt, direkt im Zentrum des Praters, finden wir das Stadtgasthaus Eisvogel, welches auf eine lange Tradition zurückblicken kann.

Seit 1805 gibt es hier das Restaurant "Zum Eisvogel". Bedauerlicherweise überdauerte das Lokal den 2. Weltkrieg jedoch nicht und wurde in den letzten Kriegstagen Opfer der Flammen und verschwand danach für viele Jahrzehnte aus dem Wiener Stadtbild.

2008 eröffnete das Stadtgasthaus Eisvogel wieder, mit neuem Konzept aber doch der bewährten Tradition des historischen Vorbildes verpflichtet. Der Name "Zum Eisvogel" stand schon um das Jahr 1805 für gediegene Atmosphäre und exzellentes Service, für Gastlichkeit und Qualität - und für künstlerische Hochgenüsse. Das wussten auch prominente Gäste wie Alexander Girardi, Fanny Hornischer und Hansi Niese zu schätzen.

Weniger bekannt ist, dass es zu den Lokalen gehörte, in denen sich besonders gerne lesbische Frauen der Jahrhundertwende aufhielten. Von diesen Lokalen existieren heute noch zwei: das Cafe Tirolerhof beim Albertinaplatz, und eben das Stadtgasthaus Eisvogel im Wiener Prater. Das Wort "Homosexualität" war im 19. Jahrhundert noch nicht gebräuchlich. Stattdessen verwendete man Ausdrücke wie beispielsweise "Päderastie", "Sodomie" oder "sokratische Liebe."

Einer der ersten bekannten Vorkämpfer für rechtliche Gleichstellung von Homosexuellen war Karl Heinrich Ulrichs (1825-1895), ein deutscher Jurist, Journalist, Verleger und Pionier der Sexualwissenschaft. Weil die bis dato benutzten Ausdrücke für die Vertreter des "dritten Geschlechts" ihm zu sehr negativ gefärbt erschienen, führte er seine eigenen Begriffe ein: Den homosexuellen Mann bezeichnete Ulrichs als Urning – nach der Göttin Aphrodite Urania, die nach der Legende aus abgetrennten Körperteilen ihres Vaters Uranus entstand, also eingeschlechtliche Liebe repräsentierte. Ulrichs’ Systematik sah folglich den Begriff Urninde für eine homosexuelle Frau vor.

Das Stadtgasthaus Eisvogel war bei den Urninden sehr beliebt, auch wegen der Damenkapelle, die dort zur Unterhaltung aufspielte. Magnus Hirschfeld (1868-1935), ein deutscher Arzt, Sexualforscher und Mitbegründer der ersten Homosexuellen-Bewegung, gab in seinen Schriften "Die Homosexualität des Mannes und des Weibes" auch Einblick in das homosexuellen Leben in Wien. Hirschfeld berichtet, dass Urninden es wesentlich leichter hätten sich auszuleben als Urninge: "Bei der Hochverehrung, welche das Weib hierzulande genießt, erfahren solche Vorkommnisse keinen Tadel, geschweige denn eine Bestrafung. Der Wiener geht sogar in krassesten Fällen mit den beschönigenden Worten "Verrückte Frauenzimmer" zur Tagesordnung über."

Die mannmännliche Liebe aber war in Wien ein "unduldsames, verpöntes" Laster. Schwule Prostitution war im dichten Gestrüpp hinter dem Wurstelprater gang und gäbe. Angeblich war auch der Philosoph Ludwig Wittgenstein dort anzutreffen. "Die Luftballonverkäuferin "Adele" gehörte einer Praterplatte an, die von der Erpressung schwuler Männer, die auf der Suche waren, lebte. Zumindest behauptete dies die Presse in den 1920er-Jahren über Wochen hinweg und stellte sie öffentlich als "Homosexuellen" an den Pranger. Im Sommer 1939 wurde der damals 39-jährige Herr "Adele" von der Gestapo festgenommen und ins Konzentrationslager gebracht. Er überlebte glücklicherweise die NS-Zeit und heiratete ein Jahr nach Kriegsende." (Barbara Wolfingseder: Lust und Laster im alten Wien)